Ich freue mich sehr über jeden Studierenden, der/die sich mit diesen Themen intensiv befassen und darüber mehr erfahren will. Die Arbeit mit Mundpropaganda und sozialen Effekten im Marketing ist eine der zukunftsträchtigsten und spannendsten Felder im Marketing überhaupt, und ich beglückwünsche jeden, der sich damit näher auseinandersetzen kann. Daher leiste ich auch sehr gern Unterstützung. Allerdings: ich bin nicht nur als Forscher tätig, sondern vor allem komplett in die tägliche Arbeit bei trnd eingebunden, daher habe ich nicht viel Zeit für Unterstützung zur Verfügung. Aufgrund der Fülle studentischer Anfragen zu Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten, die ich erhalte, möchte ich hiermit vorschlagen, die folgenden Punkte zu beachten:
- Experteninterview: Für Experteninterviews stehe ich gern zur Verfügung. Diese finden grundsätzlich telefonisch (oder per Skype) statt, maximal eine halbe Stunde. Dafür muss nur ein Termin ausgemacht werden. (Leider kann ich derzeit keine Studenteninterviews geben - aktuell fehlt einfach die Zeit.)
- Definitionen: Viele Studierende wenden sich an mich mit der Frage nach den "korrekten Definitionen" für Viral, Buzz und Word-of-Mouth Marketing. Es gibt leider keine korrekten Definitionen, denn es gibt keine Instanz, die sie festlegen kann. Definitionen sind letztlich genau so korrekt wie die Begründung dessen, der sie schreibt. Meine Empfehlung: lesen Sie, so viel Sie über das Thema finden können, und übernehmen Sie anschließend Definitionen, die Ihnen passend erscheinen, oder schreiben Sie anschließend Ihre eigenen Definitionen, die Sie auch vernünftig begründen sollten. Wenn Sie ein wenig mehr über die Entstehungsgeschichte des Begriffes Viral Marketing wissen wollen, kann ich diesen Blogpost von mir empfehlen. (Die Inhalte entstammen hauptsächlich dem Buch 'Connected Marketing'.) Und ergänzend dazu erläutert dieser Blogpost, was grundsätzlich wichtige Überlegungen für gutes Viral Marketing sind. Eine Übersicht mit Beschreibungen verschiedener Marketingformen findet sich bei der US-amerikanischen Word-of-Mouth Marketing Association: Types of Word-of-Mouth Marketing
- Meinungsführer, Influentials, Opinion Leaders, Hubs, Connectors, ...: Zu diesem Thema kann man leider nicht umfassend per E-Mail Auskunft geben - das Thema ist einfach zu breit. Die Meinungsführerforschung gibt es seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, und wer dazu eine umfassende Übersicht braucht, der sollte das Buch "The Influentials" von Gabriel Weimann lesen. Ergänzend kann ich dazu allerdings wiederum zwei Blogeinträge von mir empfehlen: Die Rolle von Meinungsführern für das Word-of-Mouth Marketing und meinen englischsprachigen Text The Opinion-Leader Grid for Word-of-Mouth Marketing.
- Literatur: Ich übernehme grundsätzlich keine Literaturrecherche. Es gibt immer wieder Leute, die schreiben, dass es so schwierig sei, zum Thema "Word-of-Mouth
Marketing" / "Viral Marketing" Literatur zu finden, und dass es ja
überhaupt gar nichts dazu gebe. Das stimmt nicht - es gibt mittlerweile sehr viel. Die Literatursuche sollte aber von
jedem Studierenden selbst gemacht werden, genau darum geht es ja grade
bei so einer Arbeit. Zunächst mal empfehle ich natürlich meine Dissertation "Ripple Effect", die bei Gabler erschienen ist. Ich habe außerdem eine Übersichtsseite mit einer Zusammenfassung erstellt. Das Buch ist zwar auf englisch geschrieben, aber gerade das erste Drittel bietet eine hilfreiche Übersicht und Einordnung der unterschiedlichen Arten und Weisen der Arbeit mit Mundpropaganda und viralen Effekten. Als
Startpunkt kann ich außerdem mein "Working Paper" (frühe Vorstufe
meiner Doktorarbeit) empfehlen, der Anhang bietet bereits eine ganze Reihe interessanter Quellen. Es ist hier als Download erhältlich. Sie können sich außerdem die übrigen Texte ansehen, die ich bereits selbst veröffentlicht habe.
- Betreuung von Studienarbeiten: Wir haben bei trnd leider aktuell nicht die Ressourcen, Studienarbeiten zu betreuen. Anders sieht es bei möglicher wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit Lehrstühlen für spezifische Forschungsprojekte aus - hierzu bitte konkrete Anfragen an uns schicken.
- Schaltung von Links zu Umfragen: Ich veröffentliche hier auf dem Blog i.d.R. keine Links zu Umfragen, da das häufige Schalten von Umfragelinks ein Blog mittelfristig unattraktiv macht. Ausnahmen mache ich daher nur dann, wenn die entsprechende Studie im Rahmen einer gemeinsamen Forschungsarbeit mit einem Lehrstuhl oder einer Hochschule entsteht, oder aber wenn es eine andere Form von Zusammenarbeit oder aber persönliche Bekanntschaft mit dem Verantwortlichen für die Umfrage gibt. Spontanen E-Mails mit Anfragen dieser Art kann ich dagegen nicht entgegenkommen.
- "Erklären Sie doch mal so ganz allgemein ... "; "Schlagen Sie mir doch mal ein Thema vor ...": Immer wieder erreichen mich extrem allgemeine Anfragen. Solche Anfragen können nicht vernünftig beantwortet werden, denn ich müsste mich hinsetzen und einen halben Tag damit verbringen, seitenlange E-Mails dazu zu schreiben. Außerdem müsste ich die Motivation und Interessen des Anfragenden kennen. Das ist nicht möglich. Wenn Sie sich aber eingelesen haben, bestimmte Dinge nicht verstehen, oder ganz konkrete Fragen haben, vielleicht im Rahmen eines Interviewleitfadens (oder auch ohne), dann wenden Sie sich an mich, und ich werde mich bemühen, sie zu beantworten.
- Verklausulierter Sprachstil: Manche Studierenden schreiben möglichst komplizierte E-Mails in sehr förmlicher Sprache. Auch wenn ich nichts dagegen habe, kann man sich auch ganz normal an mich wenden. Ich bin ein normaler Mensch, mit dem man ebenso normal reden kann.
Zusammenfassend: ich freue mich über Ihr Interesse, und finde toll, dass Sie zu Word-of-Mouth- / Viral oder Web 2.0 Marketing mehr erfahren wollen. Steigen Sie in die Literatur ein, lesen Sie, was Sie in die Finger bekommen können, und dann stellen Sie mir idealerweise Fragen, die mir vorher noch niemand gestellt hat, denn dann lerne ich auch was dabei. Denn lernen muss ich noch arg viel. Viel Erfolg!



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