Vergangenes Wochenende habe ich Freunde in London besucht, und die haben mir von einer sehr schönen Ben & Jerry's-Aktion erzählt: die Eismarke hat dort kürzlich ein Open-Air-Konzert mit einigen sehr guten Bands organisiert. Clou der Veranstaltung: auf dem Gelände gab es zu jeder Eisvariante, die Ben & Jerry's in England anbieten, einen eigenen Stand. Wer einmal drin war, konnte sich bei den Eisständen kostenlos so oft bedienen, wie er oder sie wollte. Die Freundin, die mir davon erzählt hat, sagte, sie hätte sich ungefähr 11 Mal "Chocolate Therapy" geholt. Durch das Gespräch animiert sind wir in einen Laden gegangen und haben uns für den Videoabend danach gleich einen 'Eimer' Chocolate Therapy gekauft...
Aus verschiedenen Blickwinkeln ist das Projekt ein sehr gutes Beispiel für Mundpropaganda Marketing: die Marke baut eine Beziehung zu den Leuten auf, die zum Konzert kommen - sie wird greifbarer, persönlicher. Dazu ergibt sich dadurch die Gelegenheit, dass auch solche Leute mit Produkten der Marke in Berührung kommen, die sich bislang vielleicht nicht dafür interessiert haben - entweder, weil sie von Freunden eingeladen wurden mitzukommen, oder aber, weil sie sich ganz unabhängig vom Eis für die eine oder andere Band bei dem Konzert interessieren. Einmal vor Ort sind dann die kostenlosen Eisstände Einladung genug, ein wenig Eis zu probieren und mit anderen darüber zu reden. Und wer B&J's Eis kennt, weiß, dass die Eissorten absolut mundpropagandatauglich sind. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand nicht bei einer der verschiedenen Sorten auf seinen Geschmack kommt und begeistert ist. (Und selbst über unangenehme Nebenwirkungen wegen exzessivem Eisgenuss kommt man doch recht schnell wieder hinweg, denke ich. ;-)
Es hat ja ganz offenbar gut genug funktioniert, so dass selbst ich, der mehrere Tage später zu Besuch kam, auch noch etwas von der Mundpropaganda abbekommen habe.


