Neville Hobson war heute morgen Keynote Speaker. Zunächst sagte er die allgemeinen Dinge - "jeder kann Medien produzieren", "Dialog statt Monolog", etc. Aber der Fokus seiner Präsentation lag dann auf Second Life, für das er sich sehr interessiert, und wo er und seine Firma (Crayon) offenbar sehr aktiv sind. "I evangelize a lot about Second Life from a business point of view. But I also try to have a balanced point of view." (Und er hat er uns u. a. "First Life" als Parodie auf SL gezeigt.) Erstaunt war er, dass die Deutschen die drittgrösste Gruppe in Second Life sind, wo sie sich doch sonst - mit Blogs beispielsweise - stärker zurückhalten. Er erkannte durchaus an, dass noch offen ist, ob Second Life die definitive Lösung für diese Art Online Community sein wird, u. a. auch, weil es ein proprietäres System ist. Er sprach auch von CyWorld, einer Community, bei der 90% aller Südkoreaner unter 30 Mitglied sind. Das Bemerkenswerte: Wer sich anmelden will, muss seine Social Security Nummer angeben! So viel zum Thema 'Gläserner Bürger' und Datenschutz...
Abschliessend mahnte er, dass die aktuellen Veränderungen und Umwälzungen in der Medienlandschaft sehr viel schneller um sich greifen als Mitte/Ende der 90er mit dem Web, und dass man noch weniger Zeit hat, sich auf diese Veränderungen einzustellen. In den Fragen ging es unter anderem um Redefreiheit, und um die Frage, wie man mit Neonazis etc. umgeht. Er hat dazu gesagt, dass es einerseits schon eine Art Polizei-Aktionen gibt in Second Life, bei denen vereinzelt gegen manche Dinge vorgegangen wird. Aber dass er eigentlich an die selbstregulierende Kraft der Community glaubt. Und dann musste er dringend nach London, wo er heute nachmittag noch eine Pressekonferenz für den Film '300' in SL vorbereiten muss, die heute abend abgehalten wird.


